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Informationen zur Eichplatzbebauung

Auch das Jenaer Damenviertel wurde verrissen

Artikel aus der OTZ Jena, Pressegespräch mit Peter Schulze

Von Lutz Prager
"Stadtplaner, denen Bürgerbeteiligung lästig ist, die haben ihren Beruf verfehlt." Der das sagt, heißt Peter Schulze und war von 1990 bis 2000 für die SPD Baudezernent in Jena.
Jena. Die Diskussion um die Bebauung des Eichplatzes, dessen Bebauungsplan morgen Abend auf der Tagesdordnung des Stadtrates steht, verfolgt Schulze sehr genau und kann Bedenken von Bürgern durchaus nachvollziehen. "Wenn ich sehe, was Herr Saller aus dem Geschenk von Herrn Minister Trautvetter gemacht hat, dann kriege ich auch die Krise", sagt Schulze und meint damit die Architektur des Einkaufszentrums Neue Mitte am Fuße des Jentower.

Doch letztlich seien solche "Bausünden" die Ausnahme der städtebaulichen Entwicklung in Jena und er habe keine Angst, dass ausgerechnet die Bebauung des Eichplatzes schief laufe. Er persönlich wünscht sich dort eine hoch moderne und mächtige Bebauung, die einerseits groß genug ist, die Neue Mitte zu verdecken und andererseits mit dem geplanten neuen Eichplatz einen Glanzpunkt setzt. "Wenn man vom Johannistor kommt, muss das beim Betrachter einen Aha-Effekt auslösen", sagt Schulze.

Für den Baufachmann sind in Jena mit der Goethe Galerie, dem Beutenberg-Campus oder den Nordlichtern der Wohnungssellschaft Carl Zeiss in architektonischer Hinsicht Referenzobjekte entstanden, an denen sich die Qualität der Entwürfe künftiger Investoren am Eichplatz messen lassen müsse.

Peter Schulze warnt allerdings auch vor falschen Erwartungen auf Seiten der Bürger. "Was wir jetzt bauen, das muss uns nicht unbedingt zu 100 Prozent gefallen. Wenn es unseren Kindeskindern in 50 Jahren gefällt, dann liegen wir richtig", sagt Schulze und zieht das "Jenaer Volksblatt" von Mai 1914 aus der Tasche. In der damaligen Lokalzeitung wird der Bebauungsplan des Damenviertels in Grund und Boden verdammt. An der Bauart "preußischer Mietskasernen" bleibt kein gutes Haar. Kleine Häuschen hatte man sich damals gewünscht. "Heute ist gerade das Damenviertel eines der Aushängeschilder Jenas, auf das viele Menschen stolz sind", sagt Schulze. Stadtplaner würden eben ausgebildet für die Stadt von übermorgen und dürften sich nicht nur vom Augenblick leiten lassen.

Dass seit 1990 alle Bemühungen gescheitert sind, den Eichplatz zu bebauen, sieht der ehemalige Baudezernent nicht als Nachteil an. "Für ein solches Vorhaben, vor allem wenn es gut werden soll, müssen auch die ökonomischen Rahmenbedingungen stimmen", sagt Schulze. Anfang der 1990-er Jahre habe das Großprojekt Goethe Galerie Investoren für den Eichplatz abgeschreckt. Prognosen sagten Jena noch im Jahr 1997 für 2020 einen Bevölkerungsrückgang auf 80 000 Einwohner voraus, für 2030 auf 70 000. "Unter solchen Bedingungen Investoren zu finden, ist ein Problem", so Schulze. Heute sei Jena dagegen eine hoch attraktive Stadt und könne gegenüber Investoren bei der Forderung nach architektonischer Qualität sehr selbstbewusst auftreten.

 

Eichplatz; Für eine lebendige Innenstadt

SPD Jena wirbt für die Eichplatzbebauung.

Für eine lebendige Innenstadt

Herzlich Willkommen auf den Informationsseiten der Jeaner SPD zur Eichplatzbebauung! Hier können sie sich über den aktuellen Stand des Verfahrens, den Bebauungsplan und die weiteren Schritte informieren.

Jenas innerstädtisches Potential nutzen!

Wir wollen Jenas Zentrum stärken und die offene Wunde Eichplatz heilen. Die gegenwärtige Nutzung als Parkplatz entspricht nicht dem Anspruch einer attraktiven, urbanen und qualitativ hochwertigen Innenstadt.

Wir wollen innenstadttypische Lebensräume in Verbindung mit einer funktionalen Aufwertung des Jenaer Zentrums wiederherstellen. Das bedeutet für uns:

  • innerstädtisches Wohnen,
  • ein vielfältiges Angebot von Handel und Dienstleistungen,
  • Erlebbarkeit der Innenstadt und
  • ein urbanes Lebensgefühl.

 

Was regelt der Bebauungsplan?

Der öffentliche Bebauungsplan benennt die Rahmenvorgaben einer möglichen Bebauung. Er legt die Mischnutzung mit Gewerbe, Büros und Wohnen fest und orientiert sich damit an der historischen Innenstadt Jenas.
Diese Festsetzungen müssen dann von potentiellen Investoren berücksichtigt werden. Somit gibt es für künftige Bauherren eine klare Zielvorgabe: Die Bebauung muss attraktiv und für eine innenstadttypische Nutzung geeignet sein.
Dier Bebauungsplan ist in vielen Punkten flexibel gestaltet, um den Bewerbern gegnügen Spielräume für architektonische Ideen zu lassen. Zur Gestaltung des "neuen" alten Eichplatzes soll es einen öffentlichen Wettbewerb geben.
Die Skizze des Bebauungsplans zeigt nur die maximalen Ausmaße der Baufelder. Die konkrete Gestaltung wird sich am innerstädtischen Bestand orientieren.

 

Was sind die nächsten Schritte?

1. Mit dem Beschluss des Bebauungsplans wird Baurecht geschaffen.

2. Dann können die Flächen europaweit ausgeschrieben werden. Das ermöglicht viele Angebote und verschiedene Ideen, aus denen dann ausgewählt wird. Hier wollen wir größtmögliche Offenheit und Flexibilität, d.h. Investoren sollen sich auf einzelne Parzellen, ganze Baufelder oder den gesamten heutigen Eichplatz bewerben können.

3. Eine Jury aus Bürgern, Stadträten und Experten soll die Vorschläge hinsichtlich Nutzungskonzept, Architektur und Städtebauaspekten bewerten.

Klar ist: Die Stadt ist Herrin des Verfahrens! Der Stadtrat entscheidet, wer baut und was gebaut wird. Niemand zwingt uns, an Investoren zu verkaufen, die schlechte Bebauungsvorschläge mache!

 
 

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